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Das Gebäude der FSMAG in Kirchzarten bei SonnenaufgangFoto: FSM AG

13.03.2026 BZ-Extra Redaktion

Innovation entsteht im Team – nicht im Organigramm

Ein Ingenieur berichtet, wie interdisziplinäres Arbeiten die Entwicklung intelligenter Elektronik prägt. Für ihn selbst, für das Unternehmen und dessen Kunden.

Wenn Patrick Schechinger morgens das Gebäude der FSM AG in Kirchzarten betritt, weiß er eines ganz genau: Heute wird kein Tag wie jeder andere. Der 34-jährige Elektrotechnikingenieur arbeitet nicht in einer herkömmlichen Abteilung, sondern in einer sogenannten Zelle – einem interdisziplinären Team, das weitgehend autonom handelt.

Seit 2019 setzt der Elektronikhersteller aus Kirchzarten mit einer modernen Organisationsstruktur auf selbstorganisierte und interdisziplinäre Teams, die ihre Wertschöpfung ganzheitlich verantworten.

Arbeiten mit Verantwortung ist ein Gewinn

Für den Elektrotechnikingenieur bedeutet diese Struktur vor allem: sinnvoll arbeiten und gestalten können. „Ich sehe vom ersten Tag an, welchen Unterschied meine Arbeit für das Endprodukt macht“, erklärt er. Weil alle relevanten Disziplinen in seiner Zelle vertreten sind, fließen Ideen und Perspektiven sofort zusammen. Das erweitert den eigenen Horizont – und führt zu besseren Lösungen.

Im Vergleich zu traditionellen Strukturen, in denen Verantwortung häufig nur formal verteilt ist, kann Schechinger hier tatsächlich Einfluss nehmen: auf technische Entscheidungen, auf das Gesamtergebnis und auf die Kundenzufriedenheit. Gestaltungsspielräume sind kein Bonus, sondern Grundlagen des Systems, die auch unmittelbar mit Verantwortung einhergehen. Dadurch entsteht ein Umfeld, das persönliches Wachstum und unternehmerisches Denken fördert.

Ein Unternehmen ohne klassische Hierarchien

Die Organisationsform der FSM AG verzichtet bewusst auf Hierarchien, Titel oder starre Abteilungen. Stattdessen basiert die Zusammenarbeit auf kleinen, marktnahen Teams: Alle Kompetenzen, die zusammenspielen, sind auch zusammen organisiert. Das führt zu kurzen Wegen und direkter Abstimmung. Schnittstellen, die in vielen Unternehmen Reibungsverluste erzeugen, werden zu echten Verbindungen.

Diese Struktur macht das Unternehmen nicht nur agil und wirtschaftlich, sondern schafft auch eine Kultur des Miteinanders und echter Verantwortung: Jeder ist ein Stück weit Unternehmer. Mitarbeitende gestalten aktiv ihre Arbeitswelt und die Zukunft des Unternehmens mit. „Wir hatten vor Kurzem die Frage, ob wir für ein neues Projekt eine zusätzliche Software einkaufen sollen. In anderen Unternehmen wäre das ein Budgetantrag durch mehrere Ebenen, der vermutlich schon ein Jahr im Voraus hätte gestellt werden müssen. Bei uns haben wir es im Team diskutiert: Welchen Nutzen hat es? Welches Risiko sehen wir? Welche Alternativen gibt es? Nach intensiven Recherchen und kurzen Abstimmungen stand unsere Entscheidung“, berichtet Schechinger im Rückblick.

Patrick Schechinger - ein Ingenieur bei der FSM AG in Kirchzarten

Bessere Lösungen – schneller und umfassender gedacht

Für die Kunden bedeutet diese Art der Zusammenarbeit ein deutlich spürbares Plus: Dank des ganzheitlichen Ansatzes sinken die Gesamtkosten. Die Qualität steigt, weil Verantwortung nicht delegiert, sondern getragen wird. Und nicht zuletzt verkürzt sich die Markteinführungszeit – denn Entscheidungen fallen dort, wo die Expertise sitzt: direkt im Team.

Regelmäßig stimmt sich Patrick Schechinger mit seiner Ansprechpartnerin beim Kunden ab, für den sein Team gerade an der Entwicklung eines Hochvoltspeichers arbeitet. „Sie schätzt es, dass ich nicht erst intern nachfragen muss. Wenn sie uns ein technisches Problem schildert, kann ich oft direkt sagen, welchen Lösungsweg wir sehen – weil mein Team all die Fachexpertise bereithält, die es dafür braucht. Das macht uns schnell und sicher, gibt ihr als Kundin mehr Vertrauen“, so der Elektrotechnikingenieur.

Ein Alltag, der inspiriert

Schechingers Tage sind geprägt von kurzen Abstimmungsrunden, spontanen Ideen, gemeinsamen Tests und direktem Feedback. Er erlebt eine Arbeitswelt, in der jede Stimme zählt und in der Innovation nicht im Organigramm angeordnet wird, sondern im Team entsteht. „Wenn ich ein Bauteil auswähle, weiß ich durch die enge und interdisziplinäre Verbindung genau, welchen Einfluss es später hat: auf die Produktionszeit, die Produktzuverlässigkeit, die Kosten und den Kundennutzen. Dieses Bewusstsein verändert die Art, wie man arbeitet. Man optimiert nicht für die eigene Abteilung, sondern für das Gesamtergebnis.“

Und genau darin liegt der Antrieb von Schechinger: „Wenn man sieht, wie sich Entscheidungen auswirken und aus einer Idee ein fertiges Produkt wird, das man mitgestaltet hat, dann fühlt sich Arbeit nicht nur nach Arbeit an. Sondern nach Verantwortung, Vertrauen und echter Zusammenarbeit. Das macht Freude!“

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