Foto: Canva | Matheus Bertelli25.09.2026 ● Marie von der Thann (dpa)
Künstliche Intelligenz im Job: So wird KI zum Karriere-Booster
Künstliche Intelligenz (KI) kann jede Menge – zum Beispiel Menschen mit wenig Berufserfahrung unterstützen. Sogar so gut, dass sie ihre Tätigkeit ähnlich gut wie Berufserfahrene ausführen können, sagt Melanie Arntz, Vizedirektorin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Aber wie werden Jobanfänger zu Profis? Beraterin zum Thema KI, Sophie Hundertmark, gibt hilfreiche Tipps für die passenden Befehle, sogenannte Prompts.
Wichtig: „KI-Assistenten wie ChatGPT können eine gute Hilfe zum Start sein“, sagt Expertin Hundertmark – und schränkt gleich ein: „Mitarbeitende
müssen sich Kompetenzen aber trotzdem zu einem gewissen Grad selbst aneignen.“ Die Prompts sind deshalb so gewählt, dass die Mitarbeitenden selbst dazulernen oder zumindest erfahren, wie ein Ergebnis zustande kommt. Und diese vier Prompts machen aus Anfängern Fachleute:
Aufgaben strukturiert abarbeiten
Wie gehe ich bei Aufgabe XYZ Schritt für Schritt vor? Erkläre mir das, als wäre ich ein Laie.“ Dieser Befehl eignet sich, wenn nicht ganz klar ist, wie eine Aufgabe abgearbeitet werden sollte. Zusätzlich liefert der KI-Assistent eine Struktur für die Bewältigung der Aufgabe.
Feedback einholen
„Du bist langjähriger Mitarbeiter im Bereich XYZ. Gib mir Feedback zu meinem geplanten Vorgehen ABC“ oder „Prüfe dieses Arbeitsergebnis aus der Perspektive einer sehr erfahrenen Fachperson. Wo würdest du kritisch nachfragen oder nachschärfen?“ – diese beiden Prompts funktionieren, um sich Rückmeldung zu holen. Denn Feedback ist wichtig.
Aber gerade als Berufsanfänger überwiegt manchmal die Scheu, seine Arbeit unmittelbar den Kollegen oder dem Chef vorzulegen. KI kann hier eine erste Einschätzung liefern. Wichtig dabei ist jedoch: Beachten Sie unbedingt den Datenschutz. Sensible Zahlen und persönliche Daten dürfen nicht eingegeben werden. Tabu sind deshalb auch beispielsweise Befehle wie: „ChatGPT, ich muss eine Auswertung der letzten Umsatzzahlen machen, hier sind unsere Zahlen, hilf mir dabei …“ oder auch: „ChatGPT, hier ist die Liste unserer Kunden, schreibe mir für jeden dieser Kunden eine Osternachricht…“

Fehlerquellen enttarnen
Dabei helfen können folgende beiden Prompts: „Welche typischen Fehler sollte ich bei dieser Aufgabe XYZ vermeiden?“ und „Du bist ein Senior-Mitarbeitender mit 15 Jahren Berufserfahrung im Betrieb XYZ. Worauf achtest du bei dieser Aufgabe besonders, was Anfänger oft übersehen?“
Aus Fehlern lernt man.Doch die Angst, Fehler zu machen, kann einen auch in der Entwicklung behindern.
Künstliche Intelligenz kann hier Sicherheit geben und als Sparringspartner dienen, um mögliche Fehler und Fehlerquellen aufzudecken.
Trainingsplan erstellen
„Ich fange einen neuen Job bei/als XYZ an. Dieses Arbeitsgebiet ist für mich komplett neu. Erstelle mir einen Trainingsplan inklusive zehn Trainingslektionen zu je zehn Minuten, damit ich für den Start gut vorbereitet bin.“ Wer gut vorbereitet ist, ist meistens souveräner. Mit diesem Befehl teilt die KI wichtige Informationen zu einem Job in passende Häppchen ein.
Wichtig: Bei all der Erleichterung und Hilfestellung, die KI bietet, müssen Anwender kritisch bleiben, Ergebnisse prüfen und den Umgang üben. Dieser Hinweis ist Hundertmark ein Anliegen: „Denn das System macht Fehler und wenn ich die nicht einordnen kann, habe ich ein Problem.“










