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Junge Krankenschwester in einem LaborkittelFoto: Canva | MixMedia

20.03.2026 BZ-Extra Redaktion

Pflege studieren für eine bessere Versorgung

Am Universitätsklinikum Freiburg stärken Advanced Practice Nurses (APN) die Versorgung von Patientinnen und Patienten und sind verlässliche Ansprechpersonen für Fragen im Klinikalltag.

Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele Menschen mit Unsicherheit verbunden. Umso wichtiger sind verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die komplexe Therapien verständlich erklären, Fragen umfassend beantworten und Orientierung geben. Genau hier setzt ein modernes Pflegekonzept am Universitätsklinikum Freiburg an. Sogenannte Advanced Practice Nurses verbinden wissenschaftliche Expertise mit persönlicher Begleitung und zeigen, wie zeitgemäße Pflege heute aussehen kann.

Hochqualifiziert und praxisnah

Advanced Practice Nurses sind Pflegefachpersonen mit einem Masterabschluss. Sie verbinden aktuelles Pflegewissen aus der Forschung mit langjähriger klinischer Erfahrung. „Advanced Practice Nurses bringen wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt in die Versorgung ein“, erklärt Dr. Lynn Leppla, Stabsstellenleiterin Klinische Pflegewissenschaft und Praxisentwicklung am Universitätsklinikum Freiburg. „Diese erweiterte Rolle ist heute wichtiger denn je.“

Denn das Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen: Immer mehr Menschen leben mit chronischen Erkrankungen, gleichzeitig steigt der Pflegebedarf. Das Universitätsklinikum Freiburg begegnet dieser Entwicklung mit einer klaren Strategie – durch die verstärkte Akademisierung der Pflege und neue, erweiterte Aufgabenprofile.

Das Institut für Pflegewissenschaft an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg ist hierbei ein enger Kooperationspartner und hat einen Bachelor und einen Masterstudiengang in Pflegewissenschaft etabliert. Seit 2026 ist der Berufseinstieg in die Pflege mit Bachelorabschluss nun auch direkt nach dem Abitur möglich. Durch die enge Verzahnung von Lehre und Praxis geht die kontinuierliche Kompetenzentwicklung der Pflege mit der Ausbildung neuer klinischer Rollen in der Klinik, wie die der Advanced Practice Nurses, einher.

Eine Advanced Practice Nurse im Gespräch mit einer Patientin
Advanced Practice Nurses erläutern Therapien ausführlich und unterstützen Patientinnen und Patienten beim Umgang mit Medikamenten. Foto: Britt Schilling

Mehr Zeit, mehr Orientierung, mehr Sicherheit

Im Alltag übernehmen Advanced Practice Nurses vielseitige Aufgaben: Sie begleiten Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen oft über einen längeren Zeitraum, kennen die Therapien detailliert und erläutern sie verständlich, unterstützen beim Umgang mit Medikamenten und helfen dabei, Warnzeichen rund um den Krankheitsverlauf frühzeitig zu erkennen.

Das Ziel: Patientinnen und Patienten sollen ihre Erkrankung besser verstehen und sich auch nach dem Klinikaufenthalt sicher fühlen. Gleichzeitig arbeiten APN im Hintergrund an der Weiterentwicklung der Pflege – sie erstellen Konzepte, arbeiten an Leitlinien und Standards und schulen Pflegeteams. Im engen Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie anderen Berufsgruppen im Klinikalltag sorgen sie dafür, dass Wissen dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Stefanie Kirsch, Bachelorstudentin der Pflegewissenschaft, begründet ihre Entscheidung für diese Ausbildung so: „Für mich war entscheidend, dass ich direkt nach dem Abitur Pflege studieren und gleichzeitig einen anerkannten Berufsabschluss erwerben kann. Besonders motivierend ist zu sehen, dass an der Uniklinik neue Rollen wie Advanced Practice Nurses entstehen – das zeigt mir, welche Entwicklungsmöglichkeiten der Pflegeberuf heute bietet.“

Ein Erfolgsmodell aus der Praxis

Wie gut dieses Konzept funktioniert, zeigt ein spezielles Programm für Patientinnen und Patienten nach einer Stammzelltransplantation: Hier werden Betroffene von einem festen Team aus Advanced Practice Nurses begleitet. Sie haben verlässliche Ansprechpersonen, die sie kontinuierlich unterstützen – in dieser besonders sensiblen Phase der Behandlung und darüber hinaus.

„Die Ergebnisse sprechen für sich: Patientinnen und Patienten nehmen das Angebot sehr gut an, halten ihre Therapien zuverlässiger ein und verbessern damit ihre Heilungschancen. Gleichzeitig profitiert das gesamte Behandlungsteam von einer engeren, besser abgestimmten Zusammenarbeit“, sagt Leppla.

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