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Ernster, beschäftigter junger IT-Ingenieur mit Brille steht vor Netzwerk-Server-Equipment mit leuchtenden Sensoren in einem dunklen Raum und nutzt einen Laptop, während er Netzwerksysteme überwacht.Foto: Canva | Seventy Four (Getty Images)

01.10.2026 ● Bernadette Winter (dpa)

IT-Sicherheit als Beruf: So gelingt der Einstieg in die Cybersecurity

Cyberangriffe auf Unternehmen oder kritische Infrastruktur nehmen zu, die Bedeutung von IT-Sicherheitsexperten wächst: So sieht deren Job und Arbeitsalltag aus.

Cyberangriffe gehören heute zum Alltag und zählen zu den größten wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen. Entsprechend gefragt sind Fachkräfte in der Cybersecurity: ein Überblick über Tätigkeiten, Einstiegsmöglichkeiten und Anforderungen in dem zukunftssicheren und vielfältigen Berufsfeld.

So sieht der Arbeitsalltag in der Cybersecurity aus

„Heutzutage geht es viel um Prävention“, sagt Carsten Baeck vom Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Berlin-Brandenburg. Zu den zentralen Tätigkeiten gehören das Penetration Testing – also kontrollierte Angriffe auf die eigene IT zur Aufdeckung von Schwachstellen – und das Arbeiten in Security Operations Centern zur Echtzeitüberwachung von Systemen. Konnten Hacker zuschlagen, wird untersucht, wie die Angreifer hineingekommen sind, und der Normalbetrieb zügig wiederhergestellt. Auch Risikomanagement, Sicherheitsberatung und Schulungen sind wichtig, um Mitarbeitende für Cybergefahren zu sensibilisieren. Zudem werden Sicherheitslösungen entwickelt, IT-Systeme programmiert, Firewalls und Backup-Systeme administriert.

Der berufliche Zugang erfolgt über verschiedene Wege: Dies sind klassische Studiengänge (Informatik, IT-Sicherheit), duale Ausbildungen zum Fachinformatiker, berufsbegleitende Studiengänge, Cybersecurity-spezifische Masterprogramme sowie intensive Bootcamps. Aber auch Quereinsteiger sind willkommen. Hier spielen verschiedene Zertifikate wie „CEH“ (Certified Ethical Hacker) oder „TeleTrusT Information Security Professional“ vom Bundesverband IT-Sicherheit eine bedeutende Rolle als Qualifikationsnachweis. Sie werden meist von Unternehmen mindestens teilweise mitfinanziert. Wichtig beim Quereinstieg sind praktische Erfahrung, Eigeninitiative und kontinuierliche Weiterbildung. Interaktive Lernplattformen, Zertifikate und Netzwerkevents helfen beim Einstieg. Viele Arbeitgeber legen eher Wert auf Fähigkeiten als auf formale Abschlüsse. Begeisterung und Engagement sind entscheidend.

Eine weitere Weiterbildungsmöglichkeit ist das Selbststudium, sagt Norbert Pohlmann vom Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Mithilfe von Büchern und verfügbaren Videos kann sich jeder in den gewählten Bereichen weiterbilden. „Dazu gehört viel Selbstdisziplin, aber es ist genug kostenloses Material verfügbar.“

Frau arbeitet in der IT und codiert Datensätze
Cybersecurity im Job: Diese Aufgaben, Qualifikationen und Einstiegsmöglichkeiten erwarten IT-Sicherheitsexperten. Foto: Canva | Harry Parvin

Zum typischen Arbeitsalltag in der Cybersecurity gehören Routine wie die Netzwerküberwachung, dazu kommt Projektarbeit, wenn etwa neue Sicherheitslösungen etabliert werden. Natürlich spielen auch spontane Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle eine Rolle. Risiko-Workshops oder die Konfiguration von Firewalls sind ebenfalls Bestandteil. „Entgegen dem Klischee vom einsamen Hacker ist der Alltag von Zusammenarbeit geprägt“, sagt Baeck. Der Austausch mit Kollegen verschiedener Abteilungen gehöre unbedingt dazu. Die Arbeit erfolgt während der Bürozeiten, bei Vorfällen aber auch abends oder am Wochenende. Homeoffice ist weit verbreitet.

Neben technischem Know-how sind diese Fähigkeiten entscheidend: analytisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Genauigkeit, Kreativität, Teamarbeit, Kommunikationsstärke und permanente Lernbereitschaft gepaart mit Neugier. Insbesondere die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte für nicht technische Zielgruppen verständlich darzustellen, ist von Bedeutung. Auch das Zusammenspiel mit anderen Fachbereichen erfordert Empathie und Durchsetzungsvermögen. „Es gilt, eigenverantwortlich zu handeln und kreativ zu werden, nicht nur zu reagieren“, sagt Baeck.

Cybersecurity-Fachkräfte sind stark nachgefragt, die Branche gilt als zukunftssicher. Der Fachkräftemangel sorgt für einen überdurchschnittlichen Verdienst: Einstiegsgehälter bewegen sich zwischen 50.000 und 60.000 Euro brutto jährlich, mit Erfahrung sind 70.000 Euro und mehr möglich. Die Bezahlung variiert regional und nach Branche, ist aber generell auf hohem Niveau.

Die Karrierewege reichen von technischen Spezialisten bis zu Führungsrollen in Positionen als IT-Sicherheitsbeauftragter oder Chief Information Security Officer. „Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind hervorragend“, so Baeck, „jede zusätzliche Zertifizierung oder Weiterbildung kann direkte Gehaltszuwächse oder Beförderungen nach sich ziehen.“

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