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Austausch im BüroFoto: Canva | eclipse.impages

19.12.2025 Nina Heitele (dpa)

Small Talk im Job: In fünf Schritten zum Profi

Raus mit der Sprache! Wer die Kunst des kleinen Gesprächs beherrscht, kann im Beruf viel erreichen. Was die Plauderei bei der Arbeit bringt und vor allem: wie Small Talk erfolgreich gelingt.

Aus vielen Gründen lohnt es sich, im Arbeitsalltag hin und wieder bewusst über Belanglosigkeiten zu plaudern. „Small Talk trägt zu einer positiven Stimmung bei“, sagt Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig. „Wir wissen, dass Menschen, die Small Talk nutzen, besser bei Gehaltsverhandlungen, in Einstellungsgesprächen oder auch generell mit ihrer Leistung am Arbeitsplatz abschneiden“, so Zacher. Darüber hinaus stärken Gespräche über Privates soziale Beziehungen bei der Arbeit, erklärt der Psychologe. Diese wiederum seien wichtig dafür, sich unterstützt zu fühlen, wenn Probleme auftauchen. Insofern wirkt sich Small Talk also auch positiv auf die Gesundheit am Arbeitsplatz aus.

Nicht allen fällt es gleichermaßen leicht, sich im Job auf eine Plauderei einzulassen. Zum Glück kann man Small Talk lernen. Zum Gesprächsprofi werde man durchs Ausprobieren, sagt die Diplomsoziologin Madeleine Lang, die als Coachin, Trainerin und Moderatorin arbeitet.

Fünf Tipps für erfolgreichen Small Talk:

1. Mut zum Plaudern entwickeln

„Ich empfehle meinen Klienten, Small Talk im Kleinen zu üben“, so Lang. Man könnte zum Beispiel versuchen, an der Supermarktkasse ein Gespräch ins Laufen zu bringen, oder sich über den Gartenzaun hinweg mit der Nachbarin zu unterhalten. Sind solche Versuche erfolgreich, gewinnen vor allem schüchterne Menschen Mut zum Weitermachen.

Hannes Zacher kann das mit Blick auf die Forschung bestätigen. „Selbstwirksamkeit ist beim Small Talk ein wichtiger Faktor, also der Glaube daran, ihn erfolgreich einsetzen zu können“, erklärt der Psychologe. „Traut man sich, wird das in der Regel auch belohnt.“

Man kann auch andere beim Small Talk beobachten. „So kann man sich abschauen, was sich für einen selbst machbar und authentisch anfühlt“, sagt Lang.

2. Den richtigen Moment im Job erwischen

Manche Gelegenheiten bei der Arbeit eignen sich besser als andere, um ein lockeres Gespräch anzufangen. Zacher rät deshalb dazu, vor der Kontaktaufnahme auszuloten, ob die andere Person überhaupt interessiert ist. „Manchmal sieht man das der Situation schon an“, sagt er. „Wenn jemand den Gang entlang hetzt und gestresst wirkt, verschiebe ich einen Small Talk besser auf einen anderen Moment.“ Alternativ lässt sich die Gesprächsbereitschaft auch aktiv abklopfen. Fragen wie „Hast du gerade eine Pause?“ seien ein guter erster Ansatz.

Wichtig ist auch, sich selbst nicht zu viel Druck zu machen. „Manchmal kann ein höflicher Gruß in der Kaffeeküche schon genug sein“, so Madeleine Lang.

3. Mit einem passenden Thema einsteigen

Sich über das Wetter zu unterhalten, wird gerne als belanglos abgetan. Doch genau darum geht es beim Small Talk – unverfängliche, oberflächlich anmutende Themen zu finden und darüber im besten Fall auf Gemeinsamkeiten zu stoßen. Der aktuelle Wintereinbruch, Hobbys, aber auch das Menü bei der Firmenfeier oder Reisen bieten sich für einen unkomplizierten Einstieg an. Solche Themen ließen sich gut im Vorfeld zurechtlegen, so Zacher.

Hauptsache, man hüpft aus Unsicherheit nicht direkt zum nächsten Inhalt. „Wenn ich zu schnell das Thema wechsle, könnte mein Gegenüber das Gefühl bekommen, ich habe nicht richtig zugehört“, erklärt Lang.

Heikle Themen wie Politik oder Religion und sehr private Umstände sind für den Small Talk im Arbeitskontext keine gute Idee. Auch mit Klatsch sollte man sich zurückhalten.

Menschen unterhalten sich im Büro
Small Talk trägt zu einer positiven Stimmung bei. Foto: Canva | Pexels

4. Das Gespräch am Laufen halten

Guter Small Talk lebt von ungeteilter Aufmerksamkeit und Neugier. Madeleine Lang rät dazu, in der Situation wirklich präsent zu sein. Dazu gehöre auch, das Handy beiseite zu legen und sich während des Gesprächs nicht parallel mit etwas anderem zu beschäftigen. Um seinem Gegenüber zu spiegeln, dass man wirklich zugehört hat, empfiehlt sie kurze inhaltliche Zusammenfassungen des Gehörten. „Und dann sollte man natürlich offene Fragen stellen – auch das ist Teil eines aktiven Zuhörens“, stellt Lang fest. „Damit rege ich eine Person dazu an, weiterzusprechen und halte die Unterhaltung aktiv in Gang.“

5. Den Small Talk gekonnt wieder beenden

… und ich bin raus! Irgendwann ist der Moment gekommen, dem Gespräch ein Ende zu setzen. „Mir fällt gerade ein, dass ich jetzt gleich zum nächsten Termin muss“ ist laut Zacher eine geeignete Redewendung für einen souveränen Abschluss.

Madeleine Lang rät sogar dazu, den Zeitpunkt für einen Small Talk bewusst vor ein eigenes Meeting zu legen. „Bei einem fixen Termin fällt es vielen leichter, sich aus dem Gespräch zu ziehen. Dann beendet sozusagen der Kalender das Gespräch“, so Lang. Alternativ könne man für den Abschluss einer Small-Talk-Situation auch aktiv den Raum wechseln, zum Beispiel, indem man ankündigt, sich nun einen Kaffee oder Tee holen zu wollen.

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VeröffentlichtVeröffentlicht: 3.7.2026
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