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Eine Frau im Austausch mit einer Mitarbeiterin des Kreiskrankenhaus LörrachFoto: Kreiskrankenhaus Lörrach

20.03.2026 BZ-Extra Redaktion

Die Verwaltung: Rückgrat der Therapie im Klinikum

Krankenhäuser stehen für medizinische Leistung, Pflege und menschliche Zuwendung. Weniger sichtbar, aber ebenso unverzichtbar, ist die Verwaltung in den Krankenhäusern.

Die verschiedenen Teams in der Krankenhausverwaltung sorgen dafür, dass Prozesse ineinandergreifen, Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden und medizinische Leistungen wirtschaftlich abgesichert sind. Wie vielseitig, anspruchsvoll und sinnstiftend eine Tätigkeit in der Krankenhausverwaltung sein kann, zeigt das Beispiel von Valeska Wagner bei den Kliniken des Landkreises Lörrach.

Nach dem Abitur in Müllheim entschied sich die in Kandern lebende DHBW-Studentin bewusst für eine Tätigkeit im Krankenhausumfeld. Ausschlaggebend war für sie vor allem die Sinnhaftigkeit der Arbeit. „Im Krankenhaus zu arbeiten heißt, Teil eines Systems zu sein, das unmittelbar für die Menschen in der Region da ist“, beschreibt Wagner ihre Motivation. Hinzu kam die Komplexität der Aufgaben: Verwaltung im Krankenhaus bedeutet mehr als klassische Sachbearbeitung – sie ist eng verzahnt mit medizinischen, pflegerischen und technischen Abläufen und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Versorgungsauftrag und Wirtschaftlichkeit.

Bei den Kliniken des Landkreises Lörrach erhielt Wagner die Möglichkeit, nahezu alle Verwaltungsbereiche kennenzulernen. Gerade dieser ganzheitliche Blick prägte ihr Verständnis für die Zusammenhänge im Krankenhaus. „Man versteht Prozesse viel besser, wenn man sie aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt hat. Oft hilft es enorm, auf Erfahrungen aus anderen Abteilungen zurückgreifen zu können“, sagt sie. Diese bereichsübergreifende Vernetzung macht die Arbeit in der Verwaltung nicht nur anspruchsvoll, sondern auch besonders wirksam.

Medizincontrolling: Zwischen Medizin und Ökonomie

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit lag im Medizincontrolling. Dort unterstützte Wagner Mitarbeitende, die medizinische Behandlungen für die Abrechnung dokumentieren. Im Rahmen einer Projektarbeit analysierte sie den Prozess der OP-Anmeldung im Zusammenhang mit einer neuen Vergütungsform, die bestimmte Operationen anders abrechnet als bisher. Auf Basis von Experteninterviews und einer detaillierten Prozessdarstellung entwickelte sie einen Lösungsansatz: die Einführung eines standardisierten OP-Anmeldeformulars für Belegärzte. Ein klar strukturierter Anmeldeprozess sowie die vollständige Kennzeichnung relevanter Abrechnungsparameter tragen dazu bei, administrative Abläufe zu optimieren, die Bettenplanung zu verbessern und wirtschaftliche Risiken zu minimieren. Deutlich wird hier, wie entscheidend die Arbeit der Verwaltung für die finanzielle Stabilität eines Krankenhauses ist.

Finanzbuchhaltung sichert Zukunftsfähigkeit

In der Finanzbuchhaltung wirkte Valeska Wagner am Jahresabschluss mit und lernte zentrale Mechanismen der Krankenhausfinanzierung kennen. Darüber hinaus beschäftigte sie sich mit dem Krankenhauszukunftsgesetz, das Investitionen in Digitalisierung und moderne Infrastruktur ermöglicht. Für sie wurde hier besonders sichtbar, wie wichtig fundierte kaufmännische Prozesse sind, um langfristige Investitionen zu ermöglichen und strategische Entwicklungen abzusichern.

Gesicherte Versorgung durch Projektmanagement

Im Projektmanagement standen Vorhaben wie das Archivmanagement und die Einführung der digitalen Patientenunterschrift im Vordergrund. Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammenarbeit und Kommunikation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus der Region. In verschiedenen Gesprächen analysierte Wagner deren Erwartungen an die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus. Die Kommunikation zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten gilt als zentraler Erfolgsfaktor für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung – insbesondere vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen wie der geplanten Standortzusammenführung und dem entstehenden Dreiland-Klinikum. Aus den gewonnenen Erkenntnissen leitete sie konkrete Handlungsempfehlungen für die zukünftige Zusammenarbeit mit Arztpraxen ab, die Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus überweisen.

Eine Frau im Austausch mit einer Mitarbeiterin
Valeska Wagner im Austausch mit einer Mitarbeiterin des Kreiskrankenhaus Lörrach. Foto: Kreiskrankenhaus Lörrach

Verwaltung als Netzwerk

Weitere Stationen führten sie in die Stabsstelle Marketing und Kommunikation, wo sie an der Sicherstellung der Datenqualität mitarbeitete – eine wichtige Voraussetzung für ein professionelles Einweisermanagement. Im Einkauf unterstützte sie das Bestellwesen und das Management von Warenlieferungen. In der Technik begleitete sie interne Abläufe, etwa ein digitales System, über das technische Probleme gemeldet und bearbeitet werden.

Sie nahm an den wöchentlichen Begehungen der Baustelle teil, wodurch sie auch die Dimensionen eines Großprojekts im Krankenhausbau kennenlernte. Besonders eindrücklich waren für sie die Einblicke ins OP-Management: Bei Operationen konnte sie das Zusammenspiel von Medizin, Pflege, Technik und Organisation unmittelbar erleben – das „Herz“ eines Krankenhauses.

Sinnstiftende Tätigkeit

Das Beispiel von Valeska Wagner zeigt, wie vielfältig, verantwortungsvoll und sinnstiftend eine Tätigkeit in der Krankenhausverwaltung ist. Mit dem Dreiland-Klinikum Lörrach entsteht ein bundesweit vielbeachtetes Modellprojekt für eine wohnortnahe Medizin der Zukunft. Geplant sind ein bedarfsgerechtes, erweitertes Versorgungsangebot, sowie modernste Standards in Versorgungssicherheit und ökologischer Technologie. Die medizinischen Zentren stehen für eine ganzheitliche, sektorenübergreifende und zugleich hochspezialisierte Versorgung auf dem Gesundheitscampus Lörrach.

Valeska Wagner plant, sich nach Abschluss ihres Studiums besonders der Kommunikation zwischen Kliniken und Arztpraxen zu widmen, die Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus überweisen. Sie steht exemplarisch für eine neue Generation in der Krankenhausverwaltung: Engagiert, vernetzt und nah an den Herausforderungen der Gesundheitsversorgung. Ihr Weg zeigt, dass Organisation im Krankenhaus weit mehr ist als Verwaltung – nämlich ein aktiver Beitrag zur Gesundheit der Menschen in der Region. Und genau darin liegt der besondere Sinn dieser Arbeit.

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