Foto: Canva | Africa images15.10.2026 ● BZ-Extra Redaktion
Mit Unimog und Teamgeist für sichere Straßen
Wie abwechslungsreich dieser ist und warum es ein Traumberuf sein kann, erzählt Julian Schmidt (22), der bei der Straßenmeisterei Riegel für den Landkreis Emmendingen arbeitet.
Herr Schmidt, Straßenwärter ist ein Beruf, den viele gar nicht kennen. Wie sind Sie dazu gekommen?
Das war eigentlich ein ganz klassischer Weg. Ich war mit der Schule bei einer Jobstartbörse in Freiburg. Dort habe ich mir alle möglichen Berufsangebote angeschaut, aber ich wusste damals bereits, dass ich im Freien arbeiten möchte, dass ich mich handwerklich betätigen möchte und dass mich die Arbeit mit großen Maschinen interessiert.
An einem Stand, der über den Beruf des Straßenwärters informiert hat, habe ich dann gesehen, dass die Anforderungen und Tätigkeiten dafür ziemlich genau zu dem passen, was ich gerne machen würde. Ich habe dann ein Praktikum bei der Straßenmeisterei in Riegel gemacht und danach war klar, dass ich meinen Beruf gefunden habe.
Welche Ausbildung haben Sie durchlaufen, um diesen Beruf ausüben zu können? Und wie lange hat sie gedauert?
Die Ausbildung zum Straßenwärter dauert drei Jahre. Die Berufsschule befindet sich in Nagold, dort findet im Blockunterricht von vier bis sechs Wochen der Schulunterricht und die überbetriebliche Ausbildung statt, wer so wie ich eine längere Anfahrt hat, kann im Wohnheim übernachten.
Während der Ausbildung zeigt sich dann auch schon, wie vielseitig der Beruf ist. Man lernt unter anderem viel über Asphaltarbeiten, Maurerarbeiten, Betonarbeiten, Holzarbeiten, landschaftspflegerische Arbeiten, Verkehrssicherung, Bau- und Instandhaltungsarbeiten an Straßen und Brücken, Fahrzeug- und Maschinentechnik, Baustoffkunde, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und vieles mehr.
Gibt es Möglichkeiten sich weiter fortzubilden?
Man kann Kolonnenführer werden, Streckenwart oder auch Straßenmeister. Dafür muss man eine zweijährige Meister-Ausbildung machen.
Wie sieht für Sie als Straßenwärter ein normaler Tagesablauf aus?
Das kommt natürlich auf die Jahreszeit an, aber morgens treffen wir uns alle immer erstmal in der Straßenmeisterei für die Einteilung: wer arbeitet in welchem Team, welches Team erledigt welche Arbeit an dem Tag. Das kann Grünpflege sein, also Böschungen mähen, Sichtfelder an Kreuzungen freihalten, Hecken und Bäume zurückschneiden und so weiter.
Aber auch Fahrbahnen und Brücken kontrollieren und gegebenenfalls Schlaglöcher flicken gehört zu unseren Aufgaben, ebenso wie Leitpfosten reparieren und das Beseitigen von Verschmutzungen auf Straßen. Im Winter halten wir die Straßen frei von Eis und Schnee und außerdem sorgen wir für die Verkehrssicherung an Baustellen und Unfallstellen. Dafür haben wir eine Rufbereitschaft, auch nachts. Einer von uns ist immer für die Polizei erreichbar, so dass wir sofort helfen können, wenn es nötig ist.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders gut?
Vor allem die Vielseitigkeit der zu erledigenden Aufgaben und das Fahren der großen Maschinen wie dem Unimog. Den LKW-Führerschein, den man dafür braucht, bekommt man übrigens während der Ausbildung vom Landratsamt bezahlt. Auch für den PKW-Führerschein gibt es einen Zuschuss von 1500 Euro, denn beides wird für unsere Arbeit ja benötigt.
Und auf welche Tätigkeiten würden Sie gerne verzichten, was macht nicht so viel Spaß?
Was die Arbeit an sich angeht, fällt mir da tatsächlich nichts ein. Was aber zum Teil ein Problem sein kann, ist die Sicherheitslage auf der Straße. Wir richten ja keine Vollsperrungen ein, wenn wir entlang der Straßen arbeiten, das ist dann schon manchmal ein Risiko und hin und wieder fährt ein unaufmerksamer Autofahrer auch mal sehr knapp an einem vorbei.
Also keine Probleme mit der Motivation, wenn morgens der Wecker klingelt?
Nein, ich freu mich eigentlich jeden Tag auf die Arbeit, wirklich. Und es ist ein befriedigendes Gefühl, am Abend zu sehen, was man den Tag über geschafft hat. Straßenwärter sorgen dafür, dass die Straßen sicher und befahrbar bleiben, das ist eine wichtige Arbeit.
Welche Fähigkeiten sollte ein Mensch mitbringen, der sich für Ihren Beruf interessiert?
Wie schon erwähnt, man sollte gerne draußen sein, und zwar auch, wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Regen, Hitze und Kälte gehören in dem Beruf dazu, das ist nun mal so. Handwerkliches Geschick ist sicherlich auch von Nutzen. Umsichtiges Verhalten ist auch wichtig, schließlich arbeiten wir teilweise mit schweren Maschinen. Und Teamfähigkeit ist nötig, wir arbeiten selten alleine, sondern meistens in Teams von zwei bis fünf Leuten.
Würden Sie Freunden empfehlen, auch in diesem Beruf zu arbeiten?
Auf jeden Fall! Ich sage Freunden oft, dass sie zu uns kommen sollen, wenn sie in ihrem Job nicht zufrieden sind und darüber schimpfen. Bisher konnte ich aber leider noch keinen von denen abwerben (lacht).










