Foto: Canva | Animaflora von Getty Images15.10.2026 ● BZ-Extra Redaktion
Zwischen Polizeidienst und Gewerkschaftsarbeit
Jochen Kopelke, geboren 1984 in Bremen, gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Polizei- und Gewerkschaftslandschaft. Sein beruflicher Weg zeichnet sich durch eine enge Verbindung von Polizeidienst, Personalvertretung und gewerkschaftlichem Engagement aus. Seit September 2022 steht er als Bundesvorsitzender an der Spitze der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und vertritt die Interessen von rund 210.000 Mitgliedern in Deutschland.
Unmittelbar nach seinem Eintritt in die Polizei im Jahr 2005 wurde er auch Mitglied der Gewerkschaft der Polizei. Bereits früh entwickelte er ein starkes Interesse an der Vertretung der Kolleginnen und Kollegen sowie an der Weiterentwicklung der Polizei als moderner und leistungsfähiger Arbeitgeber. Die Verbindung von praktischer Polizeiarbeit und gewerkschaftlichem Engagement prägt seinen beruflichen Werdegang bis heute.
Seine ersten Dienstjahre verbrachte er bei der Bereitschaftspolizei Bremen. Dort sammelte Kopelke von 2008 bis 2011 Erfahrungen in Einsatzlagen unterschiedlichster Art und lernte die Anforderungen kennen, die im täglichen Dienst an Polizeibeschäftigte gestellt werden. Anschließend wechselte der heutige Polizeioberrat in die Schutzpolizei der Hansestadt, wo er von 2011 bis 2014 tätig war. Die unmittelbare Arbeit mit Bürgerinnen und Bürgern sowie die vielfältigen Herausforderungen des Streifendienstes erweiterten seinen Blick auf die Bedeutung einer leistungsfähigen öffentlichen Sicherheitsarchitektur.
Parallel zu seiner polizeilichen Laufbahn engagierte sich Kopelke zunehmend in der Gewerkschaftsarbeit. Bereits 2011 übernahm er Verantwortung in der Fachgruppe Schutzpolizei der GdP Bremen. Zwei Jahre später wurde er Landesjugendvorsitzender und setzte sich insbesondere für die Interessen des polizeilichen Nachwuchses ein. Im Jahr 2014 wählten ihn die Mitglieder zum Landesvorsitzenden der GdP Bremen.
Dieses Amt übte Kopelke bis 2017 aus und prägte in dieser Zeit die gewerkschaftliche Arbeit in seinem Landesbezirk maßgeblich.
Von 2014 bis 2018 war er zugleich im Gesamtpersonalrat freigestellt und widmete sich hauptamtlich der Interessenvertretung der Beschäftigten. In zahlreichen Gesprächen mit Politik, Verwaltung und Polizeiführung setzte er sich für bessere Arbeitsbedingungen, moderne Ausstattung, eine angemessene Personalausstattung sowie eine stärkere gesellschaftliche Wertschätzung des Polizeiberufs ein.
Nach seiner Zeit als Landesvorsitzender wechselte er 2017 zum Landeskriminalamt Bremen. Dort gewann Kopelke weitere Einblicke in kriminalpolizeiliche Arbeitsfelder und vertiefte seine Kenntnisse in der Bekämpfung von Kriminalität und Extremismus. Um sich auf Führungsaufgaben vorzubereiten, absolvierte er von 2018 bis 2019 den Aufstiegslehrgang für den höheren Polizeivollzugsdienst an den Ausbildungsstandorten Kiel und Münster.

Nach erfolgreichem Abschluss übernahm er von 2019 bis 2021 die Funktion des Polizeiführers vom Dienst. In dieser verantwortungsvollen Position koordinierte er polizeiliche Einsatzlagen und trug zur Gewährleistung eines reibungslosen Dienstbetriebs bei. Anschließend wechselte Kopelke in die politische Verwaltung und war von 2021 bis 2022 Büroleiter sowie persönlicher Referent des Bremer Senators für Inneres. Die Tätigkeit vermittelte ihm vertiefte Einblicke in politische Entscheidungsprozesse und die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Verwaltung und Regierung.
Mit seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei im September 2022 übernahm Jochen Kopelke die Verantwortung für die größte Polizeigewerkschaft Deutschlands. Als jüngster Bundesvorsitzender in der Geschichte der GdP steht er für einen modernen, dialogorientierten Führungsstil und verbindet praktische Polizei- und Führungserfahrung mit gewerkschaftlicher Kompetenz. Zu seinen Schwerpunktthemen zählen die Erhöhung der Besoldung und Tarifentgelte, die Erhöhung der Polizeizulagen und Absicherungen im Dienst, die Gewinnung von Nachwuchskräften, die Stärkung der inneren Sicherheit, die Bekämpfung von Extremismus und Antisemitismus sowie die Zukunftsfähigkeit der Sicherheitsbehörden.
Im Bundesvorstand verantwortet er unter anderem die Bereiche Gewerkschafts- und Sozialpolitik, Grundsatzfragen, Personal und Organisation, internationale Angelegenheiten, Arbeitszeit sowie Polizeiforschung. Dabei setzt er sich für eine starke Polizei in einem demokratischen Rechtsstaat, für die Wertschätzung aller Polizeibeschäftigten und für eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern ein.
Um Letztere weiter zu stärken, ist Jochen Kopelke außerdem seit Mitte November 2025 Präsident der European Federation of Police Unions (EU.Pol), einem europäischen Zusammenschluss von Polizeigewerkschaften mit Sitz in Brüssel. EU.Pol besteht aus 21 Mitgliedsorganisationen aus 13 europäischen Ländern, darunter unter anderem Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Schweiz, Slowakei, Spanien und Tschechien. Zusammen vertreten die Mitglieder über 372.000 Polizeibeschäftigte in Europa. Er ist Vice-Chairman einer internationalen Delegation und Mitbegründer der transatlantischen Zusammenarbeit zwischen Polizeigewerkschaften und Organisationen in den USA und Europa mit dem Ziel der Stärkung der Menschen in den Sicherheitsbehörden.








