Foto: Canva | Goodboy Picture Company23.01.2026 ● Der Jobmarkt Redaktion
Interne Bewerbung: So nutzt du deine Chance im eigenen Unternehmen
Du möchtest dich beruflich weiterentwickeln, ohne dein aktuelles Unternehmen zu verlassen? Dann ist die interne Bewerbung der nächste logische Schritt. Der große Vorteil dabei: Du kennst die Abläufe, die Kultur und viele Kollegen bereits. Im Gegenzug kann das allerdings auch erhöhte Erwartungen wecken. Damit dein interner Wechsel gelingt, solltest du deine Bewerbung daher trotz bestehender Kontakte genauso ernst nehmen wie bei einem externen Arbeitgeber. Ein paar Punkte gibt es dabei zu beachten.
Nutze dein Wissen über das Unternehmen
Der erste Vorteil einer internen Bewerbung liegt darin, dass du dein Unternehmen schon gut kennst. Du weißt vielleicht auch schon, wie das Team, das du mit der neuen Stelle anstrebst, zusammenarbeitet, welche Ziele aktuell verfolgt werden und welcher Arbeitsstil dort gefragt ist. Falls du die Person kennst, die deine gewünschte Rolle aktuell besetzt, kannst du im Vorfeld über diese relativ einfach herausfinden, ob du geeignet dafür bist und die neuen Aufgaben wirklich zu dir passen. Diese Einblicke helfen dir außerdem, deine Motivation für die Stelle in den Gesprächen klarer zu formulieren.
Viele Unternehmen schätzen interne Bewerber, weil sie sich schneller einarbeiten können und Verständnis für Strukturen und Prozesse mitbringen. Wenn du intern schon viele Kontakte hast, solltest du dich trotzdem nicht auf deinen Ruf verlassen. Bleibe professionell, auch wenn du Vorgesetzte oder Kollegen schon persönlich kennst: Ein seriöser Ton in deinem Anschreiben zeigt, dass du die Chance ernst nimmst. Beschreibe in diesem, was dich für den Wechsel motiviert und welchen neuen Mehrwert du in der neuen Position mit einbringen kannst und belege deine Qualifikationen klar.
Interne Projekte im Lebenslauf hervorheben
In deiner Bewerbung solltest du gut darstellen, welche Aufgaben du bei deiner aktuellen Position im Unternehmen hattest und welche Fähigkeiten du dabei bereits verbessern konntest. Wenn etwa Führungserfahrung gefragt ist und du noch keine offizielle Leitungsfunktion hattest, kannst du auch Stellvertretungen, Projektleitungen oder die Verantwortung für Teilbereiche hervorheben. Diese zeigen, dass du bereits Verantwortung übernommen hast und für die nächste Stufe bereit bist.
Im Lebenslauf solltest du nicht nur deine bisherigen Positionen im Unternehmen auflisten, sondern auch ebendiese verbesserten Fähigkeiten und Erfolge sichtbar machen. Dazu gehören abgeschlossene Projekte und Aufgaben, die über deine ursprüngliche Rolle hinausgehen. Interne Entscheider wollen sehen, dass du bereits Fortschritte erzielt hast und das Potenzial hast, dich im neuen Team weiterzuentwickeln.

Das Gespräch mit der HR: Besser gut vorbereiten
Das Bewerbungsgespräch solltest du nicht unterschätzen: Das HR-Team kennt dich als internen Bewerber natürlich schon, aber genau deswegen gilt es, hier klar zu kommunizieren und sich nicht auf seine Beziehungen zu verlassen, damit dein Wunsch zum Stellenwechsel auch gut ankommt. Kolleginnen und Kollegen aus deinem Umfeld haben vielleicht gewisse Erwartungen an dich, da sie deine Arbeitsweise kennen, manche sind vielleicht auch überrascht über deinen Schritt. Je bewusster du dir vor deinem Schritt darüber Gedanken machst, desto souveräner wirkst du im gesamten Bewerbungsprozess.
Das Gespräch wird im Normalfall wie jedes andere ablaufen, bereite dich also wie gewohnt auf die typischen Fragen zu deinen Stärken, deinen Erfolgen und deiner Motivation vor. Sammle am besten vorab schon konkrete Beispiele aus deinem Arbeitsalltag, mit denen du zeigen kannst, wie du Herausforderungen meisterst und Ziele erreichst und erwähne dabei parallel zu deinem Lebenslauf die Erfahrungen, die zur neuen gewünschten Position passen. So wird deutlich, dass du nicht nur fachlich geeignet bist, sondern auch ein klares Verständnis für die Anforderungen mitbringst und dir den Schritt gut überlegt hast. Das kommt in der Regel gut an.
Offenes Kommunizieren verhindert Missverständnisse
Ein interner Wechsel betrifft meistens auch andere Personen im Unternehmen. Das kann schnell über den „Flurfunk“ in den falschen Hals geraten und zu Missverständnissen und Konflikten führen. Manche Teams reagieren sensibel, wenn ein Mitglied geht. Überlege dir daher frühzeitig, wie und wann du deinen Schritt kommunizierst. Als erstes steht ein offenes Gespräch mit deiner aktuellen Führungskraft an. Damit wirkst du professionell und hast direkt die Gelegenheit, deine Gründe für den Wechsel zu erklären und die Stimmung bezüglich deines Wunsches abschätzen.
Je früher und transparenter du kommunizierst, desto leichter wird der Übergang. Auch deine angestrebte neue Abteilung profitiert hiervon. Sie kann sich auf deinen Wechsel frühzeitig vorbereiten und dich bereits einplanen. Dein bestehendes Team kann wiederum so auch rechtzeitig Ersatz für dich finden.
Professionelles Auftreten
Im Zuge des Bewerbungsprozesses wirst du auch dein neues Team kennenlernen. Achte auch hier in den Gesprächen darauf, trotz persönlicher Kontakte professionell zu bleiben. Wenn du schon davon ausgehst, dass du es leichter hast, da du bereits im Unternehmen bekannt bist, kann das sogar überheblich wirken.
Zeige dich offen und interessiert, bereite gezielte Fragen vor und formuliere deine Ziele und Erwartungen klar. Wenn du bereits ein Bild davon hast, wie du dich produktiv einbringen kannst, wirkt das motiviert und zielorientiert.
Fazit
Wenn du deinen internen Wechsel gut vorbereitest, Fragen und Antworten im Vorfeld gut überlegst und deine bisherigen Erfolge im Unternehmen sichtbar machen kannst, verbesserst du deine Chancen auf den Wechsel. Mache dir selbst klar, dass deine neue Rolle auch mit neuen Erwartungen kommt, auch wenn du weißt, wie Dinge im Unternehmen laufen. Bleibe daher immer professionell: Wenn du offen kommunizierst und mit deinen Qualifikationen zeigen kannst, warum du die richtige Wahl für die neue Position bist, hat deine interne Bewerbung Potenzial für einen echten Karrieresprung.










