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Lebensläufe sind wichtig für BewerbungenFoto: Canva | Pixelshot

18.11.2025 Der Jobmarkt Redaktion

Mut zur Lücke: Wie gehe ich mit Pausen im Lebenslauf um?

Fast jeder kennt sie: die Lücke im Lebenslauf. Sie mag vor Bewerbungen beängstigend wirken, aber realistisch gesehen, hat kaum jemand einen makellosen Lebenslauf. Ob berufliche Neuorientierung, Krankheit, Weiterbildung, Elternzeit oder eine persönliche Pause: Lücken im Lebenslauf gehören zum Leben. Trotzdem sorgen sie bei vielen Bewerberinnen und Bewerbern für Unsicherheit: Wie erkläre ich diese Zeiten im Bewerbungsgespräch oder im Anschreiben, ohne dass sie negativ wirken?

Die gute Nachricht: Mit Ehrlichkeit, Klarheit und einem positiven Blick auf deine Entwicklung kannst du jede Lücke souverän darstellen. Entscheidend ist nicht, dass sie existiert, sondern wie du sie erklärst.

Warum Lücken im Lebenslauf kein Problem sein müssen

Arbeitgeber wissen, dass Berufsbiografien heute selten geradlinig verlaufen. Lebensläufe mit Brüchen müssen nicht zwingend negativ sein, oft sind sie sogar ein Zeichen für Veränderungsbereitschaft und Lernfähigkeit, also Eigenschaften, die in modernen Arbeitswelten geschätzt werden. Wer erklärt, was er in dieser Zeit gelernt oder reflektiert hat, zeigt Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl. Einige typische Gründe für Lücken sind:

  • Phasen der beruflichen Neuorientierung
  • Weiterbildung oder Fortbildung
  • Familienzeit oder Pflege von Angehörigen
  • Krankheit oder Erholungspausen
  • Arbeitslosigkeit oder Jobsuche
  • Reisen oder Auslandsaufenthalte

Keine dieser Erfahrungen ist automatisch negativ. Es kommt darauf an, sie aktiv und glaubwürdig zu erklären und zu kommunizieren.

Ehrlichkeit ist besser als Ausreden

Versuche auf keinen Fall, Lücken zu verschleiern oder zu beschönigen. Personaler erkennen schnell, wenn Daten im Lebenslauf unklar oder lückenhaft sind oder wenn ein Bewerber versucht, etwas zu verstecken. Eine offene, sachliche Erklärung wirkt professioneller als der Versuch, etwas zu verbergen. Beispiel:

Statt: „2019 bis 2020: Persönliche Auszeit“ wäre besser: „2019 bis 2020: Neuorientierung nach Jobwechsel, Weiterbildung im Projektmanagement.“ So wird aus einer Pause eine Phase, in der du aktiv an dir gearbeitet hast. Wenn du krank warst, reicht eine kurze Formulierung wie: „Gesundheitliche Auszeit, inzwischen vollständig genesen.“ Mehr Details sind nicht nötig, denn hier gelten Datenschutz und Diskretion.

Lücken im Lebenslauf gehören zum Leben
Lücken im Lebenslauf gehören zum Leben und sollten offen und sachlich kommuniziert werden. Foto: Canva | Andrey Popov

Den Fokus auf Entwicklung legen

Wichtig ist, dass du zeigst, was du in dieser Zeit gelernt oder erreicht hast. Vielleicht hast du dich weitergebildet, Sprachen gelernt, dich ehrenamtlich engagiert oder neue berufliche Ziele entwickelt. Diese Erfahrungen dürfen ihren Platz im Lebenslauf finden.

Auch wenn du „nur“ Zeit für dich gebraucht hast, kannst du den Fokus positiv formulieren: etwa auf Selbstreflexion, Neuausrichtung oder persönliche Weiterentwicklung. Arbeitgeber schätzen Kandidaten, die Verantwortung für ihren Lebensweg übernehmen, auch für die Phasen, in denen es nicht nach Plan lief. Die meisten Menschen kennen das von sich selbst und können das gut nachvollziehen.

Wie du Lücken im Lebenslauf formulierst

In der Bewerbung gilt für alle Bereiche: halte dich kurz, sei ehrlich und positiv. Vermeide negative Begriffe wie „arbeitslos“ oder „ohne Beschäftigung“, wenn du sie durch etwas Positiveres ersetzen kannst. Formulierungen wie „berufliche Neuorientierung“ oder „Übergangsphase mit Weiterbildung“ wirken hier konstruktiver. Einige Beispiele für gelungene Formulierungen:

  • „Berufliche Umorientierung mit Fokus auf Weiterbildung im Bereich Digitalisierung“
  • „Elternzeit und anschließende Wiedereinstiegsphase“
  • „Auslandsaufenthalt zur Erweiterung interkultureller Kompetenzen“
  • „Projekt- und Freelancetätigkeiten während beruflicher Übergangszeit“

Wichtig ist, dass jede Angabe nachvollziehbar bleibt und inhaltlich zum Gesamtbild deiner Bewerbung passt.

Im Vorstellungsgespräch souverän bleiben

Wenn das Thema im Gespräch aufkommt, lasse dich nicht verunsichern, sondern erzähle davon, so wie du es dir im Vorhinein überlegt hast, ohne zu sehr auszuschweifen. Bleib ruhig und sachlich und versuche dabei, dich nicht zu rechtfertigen, sondern nur zu erklären. Konzentriere dich darauf, was du aus dieser Zeit mitgenommen hast: neue Perspektiven, gestärkte Motivation oder zusätzliche Qualifikationen. Ein Beispiel für eine selbstbewusste Antwort:

„Nach meiner letzten Stelle habe ich mir bewusst Zeit genommen, um mich neu zu orientieren und meine Kenntnisse im Online-Marketing zu vertiefen. Diese Phase hat mir geholfen, klarer zu sehen, in welchem Bereich ich langfristig arbeiten möchte.“

Solche Aussagen zeigen Fokus und Eigeninitiative. Das sind zwei Qualitäten, die Arbeitgeber schätzen.

Fazit: Lücken als Teil deiner Geschichte

Lücken im Lebenslauf sind kein Makel, sondern Teil einer individuellen Lebensgeschichte. Wer sie souverän erklärt und den Blick nach vorn richtet, vermittelt Reife und Selbstvertrauen.

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